Einsatzbereich
Das Inventar eignet sich für diagnostische Fragestellungen in allen Grundlagen- und Anwendungsfächern der Psychologie, die sich mit dem Erleben und Verhalten von Kindern und Jugendlichen auseinandersetzen. Es kann z.B. für Fragen der Allgemeinen Psychologie, der Persönlichkeitspsychologie, der Entwicklungspsychologie, der Pädagogischen Psychologie und der Klinischen Psychologie eingesetzt werden. Innerhalb der beiden letzten Anwendungsbereiche sind insbesondere die Felder der Schulpsychologie, Erziehungsberatung sowie der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie hervorzuheben, in denen angst- und depressionsbezogene Befindlichkeiten eine prominente Rolle spielen. Das MAI-KJ-A kann sowohl in Form von Einzeltestungen als auch im Rahmen von Gruppentestungen durchgeführt werden.
Inhalt
Das MAI-KJ-A erfasst Angst und Depression bei Kindern und Jugendlichen der Klassenstufen 3 bis 10 mithilfe von vier Subskalen, von denen sich zwei auf Angst und zwei auf Depression beziehen. Die Angstskalen umfassen Aufgeregtheit und Besorgnis, die Depressionsskalen Traurigkeit und Mangel an Freude (Anhedonie). Angst, Depression und ihre jeweils zwei Komponenten werden im MAI-KJ-A als zeitlich relativ stabile Dispositionen (Eigenschaften) bestimmt. Die Skalen reflektieren also überdauernde Tendenzen, angst- bzw. depressionsbezogene Emotionen, Gefühle und Stimmungen zu manifestieren. Das MAI-KJ-A besteht insgesamt aus 25 Items, die jeweils mit einer vierstufigen Häufigkeitsskala vorgelegt werden.
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Zuverlässigkeit
Die Reliabilitäten der Skalen fallen zufriedenstellend bis gut aus (Cronbachs a und MacDonalds ? zwischen .70 und .88). Die Stabilitäten sind hoch (Korrelationen zwischen .61 und .76, Zeitabstand: 2 bis 4 Wochen). Latent-State-Trait-Analysen belegen, dass die Skalen überwiegend zeitlich stabile Merkmale erfassen: Die Konsistenzen variieren zwischen .56 und .71, die Situationsspezifitäten zwischen .15 und .20. Der Anteil der Konsistenz an der wahren Varianz der Testwerte variiert zwischen 74 und 81%.
Testgültigkeit
Die angenommene Struktur (vier Faktoren, die den genannten Skalen entsprechen) konnte mittels explorativer und konfirmatorischer Faktorenanalysen bestätigt werden. Struktur und Messeigenschaften des MAI-KJ erweisen sich als weitgehend invariant gegenüber Geschlecht und Alter der Kinder. Zahlreiche Hinweise für die Validität konnten durch Korrelationen mit Fragebogenverfahren zur Diagnostik von Angst (z. B. Prüfungsangst, soziale Angst) und Depression sowie mit Variablen aus den Bereichen Stress, Motivation und Erziehungsstil ermittelt werden. Zudem liegen Korrelationen mit Maßen der Intelligenz und der Konzentration vor. Die Zusammenhänge belegen die konvergente und diskriminante Validität des MAI-KJ-A. Die Kontrastierung von Kindern, die sich wegen internalisierender Probleme in psychologischer Behandlung befanden, mit zwei Vergleichsgruppen lieferte erste Hinweise auf die klinische Validität des MAI-KJ-A.
Normen
Normtabellen werden für Jungen und Mädchen der Klassenstufen 3 bis 10 zur Verfügung gestellt. Angegeben werden T-Werte und Prozentränge, die auf einer Stichprobe von N = 7339 Kindern und Jugendlichen beruhen. Die Daten wurden 2013 und (hauptsächlich) 2014 erhoben. Eine Erhebung in 2022 (während der COVID-Pandemie) mit 937 Kindern und Jugendlichen zeigte, dass die Messeigenschaften der Skalen konstant geblieben sind und sich keine nennenswerten Änderungen in deren Verteilungskennwerten eingestellt hatten.
Bearbeitungsdauer
5 bis 10 Minuten.
Erscheinungshinweis
in Anwendung seit 2026.
Copyright-Jahr
2026