Tests A bis Z
| Schultests / Schulleistung |
| TEDI-MATH |
| Test zur Erfassung numerisch-rechnerischer Fertigkeiten vom Kindergarten bis zur 3. Klasse |
| Deutschsprachige Adaptation des Test diagnostique des compétences de base en mathématiques (TEDI-MATH) Von Marie-Pascale Noël, Jacques Grégoire und Catherine van Nieuwenhoven |
| Kaufmann L. / Nuerk H.-C. / Graf M. / Krinzinger H. / Delazer M. / Willmes K. |
Einsatzbereich: Kinder zwischen 4 Jahren (2. Halbjahr des vorletzten Kindergartenjahres) und 8 Jahren (1. Halbjahr der 3. Grundschulklasse), vorwiegend im mittleren und unteren Leistungsbereich. Individualtest. |
Verfahren: Der TEDI-MATH ist ein auf kognitiv-neuropsychologischen Theorien beruhender, multikomponentieller Test zur Erfassung numerischer und rechnerischer Fertigkeiten. Aus einer Batterie von insgesamt 28 Subtestswerden altersspezifisch unterschiedliche Kombinationen vorgegeben. Der Gesamttestwert kann zur Diagnostik von Rechenstörungen/Dyskalkulie herangezogen werden. Wenn aus Zeitgründen die Durchführung des gesamten Tests nicht möglich ist, kann auf eine „Kernbatterie“ von Untertests zurückgegriffen werden. Mittels der Kernbatterie können ab der Einschulung zwei Komponenten erfasst werden (Zahlenverarbeitung und Rechnen). Zudem gibt es für die unteren Klassenstufen noch einen weiteren Leistungsbereich (Zählen und Zählprinzipien). Da der TEDI-MATH bereits im Kindergartenalter anwendbar ist, eignet er sich hervorragend zur Früherkennung numerischer Stärken und Schwächen. Neben der Erstellung differenzierter Leistungsprofile ist eine Besonderheit des TEDI-MATH, dass bei einigen Subtests auch eine qualitative Leistungsbeurteilung vorgesehen ist. Dies ist für die Interventionsplanung sehr hilfreich. Zudem kann er zur quantitativen Erfassung von Interventionseffekten und zum Vergleich der Wirksamkeit verschiedener Interventionsansätze und -programme herangezogen werden. |
Zuverlässigkeit: Je Klassenstufe liegen zufrieden stellende bis gute interne Konsistenz-Koeffizienten (Cronbachs Alpha) und Split-Half-Koeffizienten (Pearson Korrelation) für die einzelnen Untertests vor. Die Reliabilitätsschätzungen für die beiden Komponenten und den Gesamtwert der Kernbatteriefallen deutlich höher aus. |
Gültigkeit: Nichtmetrische multidimensionale Skalierverfahren rechtfertigen die Unterscheidung von Zahlenverarbeitungs- und Rechenkomponente. Die Testleistungen korrelieren substantiell mit Lehrereinschätzungen der Leistungsfähigkeit der jüngeren Altersgruppe bzw. mit Schulnoten in Mathematik der höheren Altersgruppen. Auch eine signifikante Korrelation mit der Subskala Selbsteinschätzung der eigenen Rechenleistung der deutschsprachigen Version des Rechenangstfragebogens (FRA, Krinzinger et al., 2007) stützt die Kriteriumsvalidität des TEDI-MATH |
Normen: Die Normstichprobe besteht aus N = 873 deutschsprachigen Kindern(437 Jungen und 448 Mädchen) mit jeweils etwa 100 Kindern pro Halbjahres-Klassenstufe. Die Testergebnisse können für jeden Untertest separat je Alterstufe in Prozenträngen (PR) und für die Untertests der Kernbatterie zusätzlich in C-Werten dargestellt werden. Für die gesamte Kernbatterie sowie für die beiden Komponenten Zahlenverarbeitung und Rechnen können neben PR und C-Werten auch differenziertere T-Werte je Klassenstufe bestimmt werden. Für die Interpretation der Kernbatterie werden zwei kritische Werte empfohlen: PR ?10 als Hinweis auf das Vorliegen einer manifesten Rechenstörung bzw. Dyskalkulie sowie PR ?25 als Hinweis auf mögliche spezifische Auffälligkeiten und somit einen bestehenden Förderbedarf. |
Bearbeitungsdauer: Die Durchführungszeit für die Gesamtbatterie variiert je nach Klassenstufe und beträgt im Durchschnitt ca. eine Stunde. Die Durchführungszeit für die Kernbatterie beträgt maximal 45 Minuten. |
In Anwendung seit: 2009 |
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